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Raab Galerie Berlin

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Die Galerie

Raab Galerie Berlin

Seit 1978 hat die Raab Galerie ihren Standort in Berlin, schon als es im Westen der Stadt viele Künstler und kaum Galerien gab. Die besondere Situation der Stadt machte Berlin als Ausstellungsort attraktiv, für bekannte Künstler aus vielen Ländern war es ein wichtiger Ort der Begegnung. Das ist bis heute so geblieben. Auch dem Schwerpunkt der Galeriearbeit, der Malerei, sind wir seit fast 40 Jahren untrennbar verbunden, mit Ausstellungen deutscher Künstler - Rainer Fetting, Markus Lüpertz, Helmut Middendorf, Hubertus Giebe, Harald Klemm, Peter Chevalier, Hermann Albert, Thomas Schindler und Werken aus Italien - von Enzo Cucchi, Ernesto Tatfiore, Roberto Barni, aus Frankreich - Jean-Michel Alberola und Gerard Garouste, aus den USA - Donald Sultan, Chuck Close, Jim Dine, aus Großbritanien Christopher Le Brun oder aus Russland - Timur Novikov, Afrika, haben wir der malerischen Entwicklung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts viel Raum gegeben. Heute bilden street artists mit El Bocho, neue Wiener Expressionisten mit Nina Maron und dem Bildhauer Martin Krammer, chinesische Künstler mit Qin Feng und Zhang Jing die junge Generation der Galerie.


Aktuell in der Galerie:   Harald Klemm - Auf der Suche nach der verlorenen Kunst... 06.09.16 - 10.10.16

Harald Klemm - Auf der Suche nach der verlorenen Kunst...

Harald Klemm -

Auf der Suche nach der verlorenen Kunst: Die neue Sachlichkeit

Am Beispiel der Neuen Sachlichkeit läßt sich nachvollziehen, welche Einflüsse den Erfolg oder Mißerfolg von Kunst in ihrer Zeit bestimmen können. Viele Künstler dieser fortschrittlichen Bewegung des beginnenden 20. Jahrhunderts, deren Werke unter dem Naziregime seit 1937 zur entarteten Kunst zählten, haben sich von der Diffamierung zu Lebzeiten nie richtig erholen können. Dass aber bis heute in Deutschland ein Schatten über der Malweise liegt, hängt meiner Ansicht nach auch damit zusammen, dass Hitlers Lieblingskünstler sich im Duktus der Neuen Sachlichkeit ausdrückten. Dabei sieht man es Kunstwerken an, ob sie ideologischer Verführung erliegen oder nicht. Kanoldts freier Blick auf das Motiv war Grund genug, dass Nazi-Chefideologe Rosenberg ihn kaltstellte und seine Kunstwerke aus dem öffentlichen Raum entfernte. Das ist übrigens unabhängig vom Motiv, auch ein Blumenstilleben kann den Unterschied zwischen malerisch freiem Denken, Duktus und Ausführung und unfreier angepaßter steriler Malweise aufdecken.

Dagegen spielt die Nachfolge der Neuen Sachlichkeit in der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts in anderen Ländern als Deutschland
eine übergeordnete Rolle. Edward Hopper, Chronist der Einsamkeit des Menschen in der Massengesellschaft, David Hockneys aufmüpfiger Widerstand gegen alte Zöpfe, Andy Warhols frühe Werbezeichnungen, aus denen später Pop Art entstehen sollte, sind Beispiel für die unbegrenzten Möglichkeiten, die dem realistisch malenden Künstler heute zur Verfügung stehen.
 

Die Kölner haben diese neuen Kunstformen als erste in Deutschland geliebt und gefeiert. Wie schon die Neue Sachlichkeit, verfechten American Realism bis hin zur Pop Art und auch School of London vehement die Freiheit vor Ideologien. Als einer der ersten greift der in Köln lebende Sigmar Polke diese neuen Formen im Umgang mit der realistischen Darstellung auf. Als Fotograf und Maler, mit Hilfe der Rastertechnik aus dem Druckverfahren, entwickelt er seit den 60er Jahren neue Möglichkeiten, den Betrachter mit vielfältigem Vexierspiel aus der Wirklichkeit zu entrücken.

















Sigmar Polke, Reiherbild, 1968



Vor diesem Hintergrund begreift Harald Klemm die heutigen Möglichkeiten realistischer Darstellung als Chance. In einer sich schnell verändernden Welt stellt er einer Wahrheit nach, die noch komplizierter darstellbar ist, als die fotografische. Es liegt nahe, dafür sowohl Computerbilder, als auch Fotos zur Grundlage für das Motiv auszumachen. Dann tritt die passende Maltechnik auf den Plan : das Motiv entsteht im langsamen Schicht- für- Schicht- Auftrag der Farbe. Der Betrachter erlebt den Anblick großer Unbestechlichkeit,während gleichzeitig die Freiheit des dargestellten Gegenstandes seine Gedanken beflügelt. Er sieht die zarten Farbschichten und stellt sich das darunter Verborgene vor. Matte und glänzende Oberflächen umschmeicheln das eine und beleuchten das andere Objekt ein und desselben Bildes. Dort, wo viele Schichten hervorschimmern und übereinander lagern, gibt es keine Ideologie mehr, erhebt keine allein gültige Wahrheit Anspruch auf Vorherrschaft. Hier tritt die Wahrheit in ihren unendlich vielen Gesichtern hervor. Die viel gescholtene digitale Bilderwelt zeigt in dieser subtilen Bearbeitung ihre Fähigkeit, Bilder in unbegrenztem Ausmaß auf ihren Wahrheitsgehalt zu untersuchen, auf ihre Vorbildfunktion, auf Werte, die wir schätzen und wahren möchten.  

Dass die Wahrheit von Harald Klemms Bildern nicht in der digitalen Welt zu finden ist, steht dabei
fest. Sie entstammen zwar als Objekt dem Netz, sind aber in der malerischen Bearbeitung als Motiv von einer Schönheit, die das Netz nicht erzeugen kann. Ein Besuch dieser Ausstellung empfiehlt sich deshalb sehr und wir freuen uns besonders, wenn Sie zur Ausstellungseröffnung in Gegenwart des Künstlers anwesend sein können.

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