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Alke Brinkmann,Dieter Hacker-Immer nur das eine

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Künstler:

Titel:

Viereck mit schwarzer Frau

Technik:

Íl,Holz auf Leinwand / oil,wood on canvas

Jahr:

1989

Größe:

200.00x200.00

Preis:

25.000,00 EUR


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Alke Brinkmann,Dieter Hacker-Immer nur das eine

Alke Brinkmann - Dieter Hacker

"Immer nur das eine "

Künstlergespräche hat es in jedem Atelier gegeben, sie gehören zum Leben der Künstler und sind doch für Außenstehende das Verborgenste, das es im Zusammenhang mit dem Entstehen eines Bildes gibt. Sie sind auch die erste Nagelprobe für ein neues Bild, das noch nicht das Licht der Öffentlichkeit erblickt hat. Alke Brinkmann und Dieter Hacker haben in den letzten zehn Jahren oft über ihre Bilder miteinander gesprochen. Beide haben auch schon vor einigen Jahren festgestellt, daß diese Gespräche Folgen für weitere Bilder hatten und darüber nachgedacht, wie sie die Gedanken zu den jeweilig anderen Bildern sichtbar machen könnten: das Projekt einer Ausstellung zum Bild der Frau nahm erste Formen an.

Neben der Gemeinsamkeit, daß beide Künstler Maler sind, gibt es viele Gegensätzlichkeiten zwischen Alke Brinkmann und Dieter Hacker. Als Mann oder Frau zu malen, ist dabei vielleicht der größte Gegensatz und hat deshalb für den malerischen Dialog beider Künstler großen Reiz. Malerei und Kunst sind weiblich, was uns direkt zum Thema der gemeinsamen Ausstellung führt. Es geht um die Frauen, die beide gemalt haben, oft sogar die selbe, Lilly- Modell und Freundin von Alke Brinkmann, Lilly- Muse und Ehefrau von Dieter Hacker. Alle drei teilen die Passion zum Theater, die wiederum Lillys Beruf ist.

Deshalb ist es kein Zufall, wenn die entstandenen Bilder etwas miteinander zu tun haben. Nicht in dem Sinne, daß in beiden Badewannenbildern z.B. das Wasser grün, die Wände gelb sind, eine Gemeinsamkeit, von der beide Künstler beim Malen sicherlich nichts wußten, oder daß Lilly im Werk beider Künstlern eine Rolle spielt. Wenn die Bilder nebeneinander hängen, entstehen vielfältige Dialoge, ergänzt ein Gedanke den anderen, werden Gegensätze schärfer und Konturen klar. Die Bilder sind für den anderen Künstler nicht allein interessant, weil sie anders sind, eine andere Entstehungsgeschichte haben, sondern auch, weil es eine Konstante gibt, die malerische Tradition.

"Was bleibt den Künstlern, die sich in eine Tradition der Künstler stellen, die um eine unabhängige, individuelle und zwangsläufig auch kritische Position bemüht sind?

(Dieter Hacker, Vorwort aus "Liebe Tod" Verlag Die Galerie, 2003)

Tradition hat viele Gesichter. Hier geht es um die Tradition der Moderne, des unabhängigen Malers, eine auf die Geschichte der Malerei bezogene noch recht junge Tradition, die sich schon wieder in Form eines Gegenentwurfs zu neuen Bildformen unserer Zeit durchsetzen muß. Dieter Hacker verteidigt mit Malerei die Möglichkeit, sich in einer von Bildern regierten Welt ein Bildnis zu machen. Alke Brinkmann setzt, den Vorteil der jüngeren Generation nutzend, Malerei als den ihr einzig möglichen Weg voraus. Der Zweifel des älteren, die Größe der Kunst respektierenden Meisters steht gegen die Unbefangenheit der jüngeren Malerin. Ohne den älteren gäbe es für die jüngere weniger Sicherheit, die Jüngere erfüllt für den Älteren die Hoffnung auf Tradition.

Dieter Hackers Lebenswerk ist auch eine Hommage an die Frau. Die Frauenbilder aus seinen verschiedenen Schaffensphasen wären einer Museumsausstellung würdig, die "immer nur das eine" auf schönste Art feiert. Der Schritt, sich mit dieser Ausstellung in den Dialog mit der Malerin Alke Brinkamnn zu begeben, ist deshalb mehr als der Wunsch, die Tradition des unabhängigen Künstlers bestätigt zu sehen. Alke Brinkmanns Frauenbilder sind ein Ausforschen, Erkunden der eigenen Natur. Hierbei verfährt sie auf andere Art traditionell, weil sich das Frauenbild über die bildliche Auseinandersetzung mit Mutter, Großmutter und Schwester formt, während im Zentrum radikale Selbstportraits stehen, die mit Reflektionen über Lilly, der Freundin, ein weniger schonungsloses alter ego in ihrer malerischen Auseinandersetzung finden.

Ergänzt wird die Ausstellung durch Frauenbildnisse des 20. Jahrhundert aus der Sammlung der Raab Galerie, unter anderem mit eindrucksvollen Aktzeichnungen von Hubertus Giebe, fotografischen Arbeiten von Jesse Oestergard und Holzschnitten von Masareel.

Für weitere Informationen besuchen Sie uns unter www.raab-galerie.de

Im Rahmen der Ausstellung werden einige autobiographische Gemälde gezeigt, in denen Alke Brinkmann sich mit dem Tagebuch ihrer Großmutter auseinandergesetzt hat, das diese zum Ende des zweiten Weltkriegs für ihre Kinder geschrieben hat. Jahrelang stand Alke Brinkmann den von Naziideologie geprägten Aufzeichnungen völlig fassungslos gegenüber, bis sie durch die Gegenüberstellung gemalter Bilder aus ihrem Leben ( Hochzeit der Schwester, Portrait Enkelin und Großmutter) mit in Sütterlin hinzugefügten Texten der Großmutter zu einer distanzierten Lösung des Dilemmas fand, das die Texte der eigenen Großmutter für sie bedeuten. Für alle, die die Sütterlinschrift nicht mehr lesen können, hier ein Abdruck der Texte:

1. Großmutters Tagebuch: Sinjes Hochzeit:

-chen lernte und Zucht und Ordnung. Die Juden waren wir losgeworden und damit die Unreinheit und Unsittlichkeit in Kinos, Theatern und in der Literatur, alles alles das und noch so viel anderes mehr soll uns nun genommen werden

2. Großmutters Tagebuch- Großmutter und ich

Tagebuch für meine Kinder, Margarethe Brinkmann, Lübbecke am 2.Mai 1945. Und handeln solltest Du als hinge von Dir und Deinem Tun allein die Zukunft Deutscher Dinge und die Verantwortung wär Dein.

3. Großmutters Tagebuch- Großmutter, Auschwitz hast Du vergessen

Die Leichen von Göbbels mit Frau und Kindern hätte man mit Vergiftungserscheinungen in Berlin gefunden. Arme Kinder arme Eltern. Aber wieviel Eltern haben ihre Kinder hergeben müssen und müssen selbst weiterleben.

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