824849485151

Logo Raab Galerie Berlin

Raab Galerie Berlin

Goethestraße 81
D-10623 Berlin

Stadtplan

e-mail: mail@raab-galerie.de

Öffnungszeiten:
Di–Fr 10–18:30 Uhr
Sa 10–16 Uhr

Phone ++49. +30. 261 92-18
Fax ++49. +30. 31 01 53 08

824849485151

Künstler:

Harald Klemm

Titel:

fly me to the moon

Technik:

Acryl auf Leinwand / acryl on canvas

Jahr:

2013

Größe:

55.00x55.00

Preis

2200.00


824849485151 824849485152 824849485244
824849485245 824849485247 824849485251
824849485343 824849485345 824847524649
"es grüßt Sie herzlich ..." - Harald Klemm

"es grüßt Sie herzlich ..." - Harald Klemm

Mit diesem oder ähnlichem Gruß bringt sich der Briefschreiber in Erinnerung und dabei weilen seine Gedanken beim Empfänger. Auch ein Bild hält Gedanken und Erinnerungen des Malers fest, es steht mit dem Empfänger, dem Sammler in Beziehung: die imaginäre Postkarte des Künstlers ist das Bild, die Skulptur, das Kunstwerk-.

Der Sammler, der das Bild nun um sich hat, kann es mit Fug und Recht als einen Gruß an sich betrachten. Etwas im Bild hat ihn vielleicht zunächst nur irritiert, eine Farbe, eine Form, die Komposition. Jedenfalls wurde er aufmerksam, weil ihn etwas ansprach, etwas mit ihm in Beziehung zu treten schien. Wahlverwandschaft, Spiegel, ein geteiltes Erlebnis, ein Weltbild, eine Gemütsverfassung. Ein Gruß, eine Botschaft an ihn.

Das öffnet die Augen. Geht man ganz dicht heran, sieht man nur noch Form und Farbe, das Werk ist abstrakt und man kann abstrakt darüber nachdenken. Von weitem kann die Komposition überzeugen, an die Komposition eines anderen Werkes erinnern. Auf den eigenen Gemütszustand reagiert das Werk beim täglichen Hinsehen, es ist nicht immer ein Gruß, der einem dabei ins Auge fällt, es kann auch ein Abgrund sein. Das ist beruhigend, denn man teilt diesen Abgrund mit einem anderen Menschen, so wie man einen Gruß erwidert, kann man auch Trost, Genugtuung oder Wut angesichts eines Kunstwerkes empfinden, man kann gedanklich Fehlendes ergänzen, Vergleiche ziehen, neue Ideen in das Werk hineinlegen. Weil es so gedacht ist.

Was ist ein zeitgenössisches Kunstwerk? Zunächst einmal ist es eine Behauptung, dass etwas Kunst sei, Ausdruck unserer Zeit, unsere Kultur widerspiegele und etwas Wahres übermittele. Als Beuys den erweiterten Kunstbegriff für sich entdeckte, diente er dazu, den Betrachter zu ermutigen, ungewohnte Sichtweisen einmal auf ihren künstlerischen Gehalt hin zu prüfen. Das war notwendig, um die gedankliche Herrschaft des Nationalsozialismus zu brechen, der alle neuen, modernen Gedanken ablehnte und den Wert eines Werkes nach dem Nutzen für das System bemaß. Wir haben inzwischen gelernt, uns der Kunst wieder frei zu nähern, wertfrei und offen.

Dennoch muss der Betrachter anfangs immer wieder das Verlangen überwinden, ein Urteil zu fällen „gefällt mir“- „gefällt mir nicht“ und sich auf den Anblick des Werkes einlassen, das noch fremd ist. Dann empfindet man, vor Harald Klemms Werken stehend, ein Übermaß an Schönheit. Goethes Worte: „verweile doch, Du bist so schön“ haben auf die Bilder angewandt etwas Beruhigendes: Bilder sind für die Ewigkeit geschaffen, mit ihrer Schönheit können wir uns ein Leben lang umgeben. Aber da war doch noch etwas, Goethe hat gesagt: „Zum Augenblicke möcht' ich sagen, verweile...“ verflixter Konjunktiv, Schönheit vergeht.

Gehen wir also zeitlich noch einen Schritt weiter zurück, zu Albrecht Dürer und in eine Zeit, als die Renaissance mit der Überwindung des Mittelalters auch die griechische Philosophie für sich wiederentdeckte. Melancholie heißt das Zauberwort, das uns mit Hilfe der Kunst in die Lage versetzt, die größten Gegensätze zu überwinden, um sie in uns zum Einklang zu bringen. Ausdrücklich bezieht Albrecht Dürer die Wissenschaften in seine Studien ein. Erst die Verbindung von Kunst und Wissenschaften eint die rationale und imaginäre Vorstellung des Menschen, das Kunstwerk macht diesen Vorgang spürbar: Ein Kunstwerk, das uns befähigt, bei seinem Anblick in dieser Gemütslage zu verharren, bringt in uns Gedanken hervor, die uns alles bedeuten können. Momente großen Glückes, tiefen Schmerzes, lassen sich so erfassen. Sie darstellen zu können, ist Kunst.

spacerback to top

line
RAAB Galerie | Impressum | Ausstellungen | Bilderkatalog

copyright © 2001: RAAB Galerie Berlin, Germany