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Alke Brinkmann- Le Silence de la Mer

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Künstler:

Titel:

Hiddensee XII

Technik:

Íl auf Leinwand / Oil on canvas

Jahr:

2001

Größe:

240.00x100.00

Preis:

4.000,00 EUR


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ALKE BRINKMANN »LE SILENCE DE LA MER« RAAB GALERIE


Im Licht flimmernde Wiesen, Sonnenstrahlen, die die Wolken durchbrechen oder sich in den Wellen des Meeres spiegeln, verzaubern seit zwei Jahren die Leinwände im Atelier Alke Brinkmanns und lassen mehr »dahinter« vermuten, als den Rückgriff auf klassische Landschaftsmalerei.


Darauf weist schon der Titel hin, den Alke Brinkmann dem Zyklus der ausgestellten Werke gegeben hat: Das Schweigen des Meeres. Sie bezieht sich auf das Erstlingswerk von Paul Vercors aus dem Jahr 1941, eine komplizierte Liebesgeschichte aus dem besetzten Frankreich. Der Erzähler, ein alter Mann, und seine Nichte müssen einen deutschen Offizier beherbergen und reagieren darauf mit einer eigenartigen Form des Widerstandes: sie setzen der Anwesenheit des Offiziers beharrliches Schweigen entgegen. Nach anfänglichem Respekt vor dem Schweigen unternimmt der Offizier, ein Komponist, jedoch in allabendlichen Monologen am Kamin den angesichts der politischen Realität im besetzten Frankreich naiven Versuch, die Stille zu brechen. Mit seinem verzweifelten Werben um Verständigung erobert er sich die Liebe der schweigsamen Frau.


Auch Alke Brinkmann bricht das Meer des Schwiegens, ihre expressiven Landschaftsbilder erzählen von Liebe, Sehnsüchten, Freude und Trauer. Die künstlerische Wahl für eine klassische Tradition ist folgerichtig: tradere heißt nichts anderes als bewahren, sichern. Klassische Formen der Landschaftsmalerei sind seit Jahrhunderten in einer Sprache überliefert, die für die Kategorien des Guten und Schönen steht. Zwar ist es Machthabern und Ideologen über die Jahrhunderte gelungen, klassische Ideale für ihre Zwecke zu mißbrauchen, was sie bei freien Künstlern in Miskredit brachte, doch auch im zwanzigsten Jahrhundert, der Zeit der großen Entdeckungen in der modernen Kunst, überlebt diese Form in der Avangarde, bei den Surrealisten de Chirico und Magritte, bei Picasso. Heute gibt sie dem Zwiefel an fragwürdiger Fortschrittsgläubigkeit Orientierung, vergegenwärtigt den Blick auf bewährte Formen und definiert den Sinn des Kunstwerks neu.


Eine Erneuerung der Kunst im Sinne einer Neubelebung klassischer Formen und Werte wurde in den letzten zehn Jahren in vielbeachteten Ausstellungen und Publikationen sichtbar. 1993 wird Dave Hickey's The Invisible Dragon: Four Essays on Beauty veröffentlicht. 1996 findet Dan Camerons Ausstellung On Beauty in der Regina Galerie in Moskau statt, 1999 eröffnen die Ausstellungen Himmel in der Kunsthalle Düsseldorf und Regarding Beauty im Hirshorn Museum, Washington. »Klassisch« wird hier als Konzept mit doppeltem Boden verstanden, konventionell und revolutionär zugleich. Der Blick auf die Vergangenheit verändert das Niemandsland zwischen Himmel und Erde, zwischen Realität und Fiktion: Es öffnet sich eine neue Dimension unserer Existenz, das weite Meer der Imagination. Entfällt diese Dimension, bleibt nur noch Langeweile.


So geht es in dieser Ausstellung um eine Reise in und aus der Vergangenheit hin zur Schönheit, die ja laut Dostojewski vor allem Übel retten kann.



(Ingrid Raab)


Raab Galerie . Fasanenstr. 27 . 10719 Berlin www.raab-galerie.de




Biographie


geb. 1967 in Saarbrücken 1986 Zeichenstipendium an der Boston University 1990-1995 Studium an der HdK, Berlin 1995 Meisterschülerin, Förderpreis für junge Kunst der Stadt Konstanz

lebt und arbeitet in Berlin seit 1988


Ausstellungen (Auswahl)


1988 Gruppe Leuschnerdamm, Berlin

1990 Klasse Petrick, HdK Berlin

1991 Ateliernotstand, Elefantenpressgalerie, Berlin

1992 Umbau, Friedrichstraße Berlin

1993 KN neu, Kunstverein Konstanz

1994 Dr. Mutabor, Raab Galerie Berlin

X Position, Akademie der Künste, Berlin

1995 non concept, 8 Positionen aus Berlin, Chaos Galerie, Berlin

1996 Wahrnehmung, Galerie Schüpenhauer Köln,

Tote Menschen, Raab Galerie Berlin

1997 Bühnenbild für Torquato Tasso, Regie: T.Bockelmann,Städt. Bühne Münster

1998 Bühnenbild für Liebhaber, Regie:Klaus Schultze, Stükke Berlin

1999 Der Kohl Das Bild Ein Manifest, Raab Galerie Berlin

2001 Morgen ist heute, Sammlung Ulla und Heinz Lohmann, Hamburg

Le Silence de la Mer, Raab Galerie Berlin






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