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Elegante Linien - Papierarbeiten aus 4 Jahrzehnten

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Künstler:

Rainer Fetting

Titel:

Scetch 1.Zustand

Technik:

Radierung / etching

Jahr:

1989

Größe:

83.00x69.00

Preis:

1.900,00


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Elegante Linien - Papierarbeiten aus 4 Jahrzehnten

Elegante Linien - Papierarbeiten aus 4 Jahrzehnten

mit Arbeiten von El Bocho, Dinah Busse, Luciano Castelli, Paul Uwe Dreyer, K.H. Dennig,Rainer Fetting. G.L. Gabriel, Hubertus Giebe, K.H. Hödicke, Max Kaminski, Harald Klemm,Bernd Koberling, Karoline Kroiss, Markus Lörwald, Markus Lüpertz, John Martin, Helmut Middendorf, A.R. Penk, Qin Feng, Salome, Eugen Schönebeck, KP Vellguth, Bernd Zimmer

Eine Ausstellung mit Papierarbeiten aus vier Jahrzehnten sieht wie eine Sammlung aus und zeigt auf vielfältige Weise, womit unsere Sammler und wir uns in den letzten Jahrzehnten beschäftigt haben, was uns erfreut hat, was wir bewundern.

An Sammlungen, die Papierarbeiten umfassen, lässt sich Sammlerleidenschaft besonders gut studieren. Der Sammler hat sich Zeit genommen, bei der Auswahl der Werke, der Technik der Arbeiten, der inhaltlichen Harmonie oder Dissonanz, - je nach seinem Temperament.Zunächst geht es darum, das Werk auf seine Möglichkeiten hin zu erforschen. Dann steht es oft noch am Boden, denn so lässt sich die Wirkung des Werkes auf die anderen Bilder ganz gut ausprobieren. Gleichzeitig hat man das Werk im Blick, bis es aufgehängt ist, kann man im Kopf die verschiedensten Wirkungsgrade durchspielen. Dabei bleibt es gedanklich im Fokus, denn solange es nicht hängt, hat es noch keinen Platz in der Sammlung gefunden, dass irritiert und spornt an.

Ein neues Werk fügt sich dann in das Gesamtbild ein, kann kontrapunktisch agieren und bereits vorhandene Werke gehörig in Bewegung bringen. Etwa das Werk eines jungen Künstlers- das nun wohl möglich neben dem Frühwerk eines bereits etablierten Künstlers seinen Platz findet, lässt die jugendliche Frische des inzwischen etablierten Künstlers neu aufleuchten.Oft passt das neue Werk so gut in die Sammlung, dass es so aussieht, als habe es schon immer dazugehört.

Wie war es noch mit der ersten Arbeit, die man erworben hat? Jeder Sammler erinnert sich noch ganz genau an den ersten Kunstkauf, die Freude und Aufregung gehört zu den schönsten Erfahrungen. Darauf folgt die tägliche Auseinandersetzung, Jahre lang entdeckt man Neues in immer demselben Werk. Es gibt Werke, die einen anziehen, ohne dass man den Grund dafür genau beschreiben kann. Sie sind oft die besten Begleiter, denn natürlich gibt man sich nicht damit zufrieden, dass man das Werk und seine Geheimnisse nicht entschlüsseln kann. Bei solchen Arbeiten hat man bald Angst, dass sich das Geheimnis eines Tages lösen lässt, so sehr erfreut man sich am täglichen Rätselraten. Hängt man neben ein solches Werk nach Jahren ein neues Werk desselben Künstlers dazu, hat das oft dramatische Konsequenzen: Manchmal löst das neue Werk die Rätsel des alten, oder beide Werke werfen gemeinsam neue Fragen auf, oft sind beide Werke seelenverwandt und könnten doch unterschiedlicher nicht sein. Es ist eben wie im Leben.

Je länger man den Linien auf Zeichnungen, Gouachen und Druckgrafik auf der Spur ist, desto mehr lernt man, die Lösungen zu bewundern, die Künstler auf Papierarbeiten für ihre Werke finden. Es sind die eleganten Lösungen, die die größte Freude bereiten. Für ein komplexes Problem stellt sich auf einmal eine klare Lösung heraus, man hat schon oft darüber nachgedacht, aber nur unbeholfene Ansätze entwickelt und die Gedanken wieder fallen gelassen. Auf einmal wird das Bild klar, überzeugend, kommt leicht daher. Ich stelle mir vor, dass das die Sternstunden des Zeichners und Grafikers sind, in denen Gedanken mit Leichtigkeit Form finden und sich ebenso leicht zu Papier bringen lassen. Oft als Ansatz zu Leinwänden, die darauf folgen und deren Ausarbeitung dann der Zeichnung folgen. Deshalb können Papierarbeiten das sein, was man den „Vater“ des Gedankens nennt. Das wusste schon Erasmus von Rotterdam, der zu seiner Zeit an europäischen Höfen ein gern gesehener Kunstberater war, wenn sich ein Fürst portraitieren ließ, er selbst sammelte Arbeiten auf Papier. Berlin kann sich glücklich schätzen, im Kupferstichkabinett einen großen Teil dieser Sammlung ihr Eigen zu nennen.

Auch kann man für wenige Tage, vom 6. bis 10 März, in der Galerie das Ergebnis einer vierzig jährigen Sammlertätigkeit besichtigen: 22 Werke von Adolf Menzel, die in Kürze vom Kunsthaus Neumeister in München versteigert werden sollen, sind parallel zu unserer Zeichnungen Ausstellung zu sehen. Das schlägt nicht nur ein anderes Kapitel auf, sondern bietet die Möglichkeit, das Besondere einer lange andauernden Kunstsammlerleidenschaft mit zeitlichem Abstand zu studieren. Dabei entdeckt man vielleicht, wie viel Freude es machen kann, im Werk eines einzigen Künstlers die verschiedensten Nuancen des Lebens für sich zu entdecken. Man kann auch gedanklich Abstand nehmen und sich vorstellen, wie die eigene Sammlung nach einigen Jahrzehnten aussehen könnte. Am Berliner Schaffensort Menzels liegt es außerdem nahe, sich auf malerische Traditionen zu besinnen, die bis ins 21. Jahrhundert führen. Sehen kann man, wie Werke von Menzel neben denen von Hödicke, Kroiss, Lüpertz oder Qin Feng aussehen. Ob sich für den einen oder anderen Sammler hier neue Fäden spannen lassen, liegt ganz allein in seinem Ermessen.





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