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KAROLINE KROISS

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Künstler:

Karoline Kroiss

Titel:

Schwarzer See III

Technik:

Acryl auf Nessel / acryl on untreated cotton

Jahr:

2009

Größe:

110.00x200.00

Preis:

5.580,00


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KAROLINE KROISS

Karoline Kroiss

Als Werner Heldt 1946 aus der Kriegsgefangenschaft in das zerbombte Berlin zurückkehrte, gab er seinen damals entstehenden Werken den Titel „Berlin am Meer“. Sie gehören zu den schönsten Nach-kriegsgemälden aus Berlin, trotz der düsteren Ruinenlandschaften, die vordergründig das Thema der Werke bestimmen. Die Gemälde sind melancholisch, gleichzeitig hoffnungsfroh, von der Vorstellung geprägt, dass zwar alles wieder aufgebaut werden muss, aber dann als ein Berlin am Meer: Ein poetischer, der Zukunft offener Ort mit einem weiten, unendlichen Horizont. Angesichts des Horizonts kann man träumen, Visionen entwickeln, der Blick erweitert sich, Vergänglichkeit und Ewigkeit halten sich angesichts der Weite des Meeres die Waage.

Wenn die junge, an hiesiger Maltradition geschulte Berliner Malerin Karoline Kroiss träumt, verliert sich ihr an der Großstadt ausgerichteter Blick auch im Meer. Merkwürdigerweise ist die Vorstellung eines Berlin am Meer unschwer herzustellen. Es gibt in unmittelbarer Nähe der Stadt Seen und Flüsse, auch mitten in der Stadtlandschaft bringen sie die Erinnerung an unendliche Weiten vor Augen. Auch Karoline Kroiss lebt in Umbruchzeiten, wie Werner Heldt hat sie das Glück erlebt, als die Freiheit siegte. Unter weit glücklicheren Umständen gibt sie einem Gefühl Ausdruck, das Künstler im Berliner Raum seit mehr als150 Jahren prägt und das wir romantisch nennen.

Im Gegensatz zum Rheinland, wo das Funkenmariechen bis heute frech Zeugnis vom politischen Widerstand gegen den preußischen Militarismus ablegt, war die zunächst auch freiheitlich orientierte romantische Bewegung in Preussen seit der Reaktion 1848 politisch kaltgestellt. Als sie sich daraufhin gezwungenermaßen auf sich selbst zurückzog, bemängelte man das als zu viel „Innerlichkeit“und sah im Rückzug keinen Gewinn. Dabei war das freiheitliche Denken für die Kunst in Preußen ein kreatives und innovatives Rückzugsfeld und führte bei einer romantischen Grundeinstellung zu einer großen geistigen Blüte. Das war nicht nur auf die Künste beschränkt, der romantische Hauch beflügelte auch die Naturwissenschaften, besonders Medizin oder Physik.

Dies sei vorausgeschickt, bevor man sich den romantischen Bildern Karoline Kroiss nähert. Sie haben eine Wärme, die nicht nur von subtil gesetzten Farben herrührt, sondern auch inhaltlich gewollt ist. Mitten im Winter ist das wohltuend, womit nicht gesagt ist, dass dies Winterbilder seien. Wärme ist wie Sonne, das gelbe Rapsfeld an der Autobahn lässt einfach nur das Herz vor Freude höher schlagen. Ein Meer von Gelb schlägt uns entgegen, es wirkt einnehmend auf die eigene Stimmung. Natürlich sind die Landschaftsbilder auch deshalb so angenehm anzusehen, weil jeder die Stimmung kennt, die von schönen Landschaften ausgeht. Das Bekannte übt an sich noch keine Suggestivwirkung auf uns aus, erst wenn wieder Bilder in uns aufkommen, die uns einmal erfreuten, die einen Platz haben in unserem Gedächtnis, erfährt man, wie gern man ihnen jedes mal begegnet. Während dabei die Erinnerung wach wird, präzisiert sich eine neue Sicht, die unendlich viel komplexere Gedanken entstehen lässt.

Das frische, sanfte Blau von Berliner Himmeln, die sich im Wasser spiegeln, verleiht Karoline Kroiss' Landschaften weiche Konturen. Die Atmosphäre ist unverwechselbar, jeder aus unserer Gegend wird sich hier zu Hause fühlen. Dazu kommt die romantische Ausdrucksstärke, die sanften Farben strahlen von innen heraus, keine aufdringlichen Töne werden laut, statt dessen erfährt der Betrachter angesichts klarer, entschiedener Bilder ein Gefühl der Zugehörigkeit und Geborgenheit. Gleichzeitig entstehen gedanklich neue Perspektiven, Raum zum Nachdenken, für Entscheidungen, die Kraft brauchen und angesichts der Weite auch den dafür notwendigen Hintergrund bekommen.

Der Betrachter ist nun eingeladen, die Bilder von Karoline Kroiss auf ihre Wirkung hin zu prüfen. Der ruhige, zurückhaltende und gleichzeitig entschiedene Ausdruck , der von ihnen ausgeht, macht das Herangehen leicht. Tritt man mit den Werken in einen Dialog, fällt auf, dass sie präzise ins eigene Zentrum vorstoßen, schnell auf den Punkt kommen. Von hier ausgehend, ist alles möglich, ein großer Raum der Imagination öffnet sich und das Gefühl, das wir romantisch nennen, zeigt seine Entfaltung in unseren Gedanken.



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